Die KEB Saar hat einen neuen Vorstand gewählt. Gleichzeitig beschäftigte sich die Mitgliederversammlung mit den Möglichkeiten und Problemen der KI für die Bildungsarbeit.

Das neue Team der KEB Saar

Das neue Team der KEB Saar (v.l.n.r.): Nina Andres-Reindorf, neue stellvertretende Vorsitzende; Stefanie Oberbillig, neue Vorsitzende; Anne Schuler, wiedergewählte stellvertretende Vorsitzende und Ralf Dewald, Studienleiter der KEB Saar.

Foto: Hans Georg Schneider

Dillingen – Die Katholische Erwachsenenbildung Saarland – Landesarbeitsgemeinschaft (KEB Saar) hat einen neuen Vorstand. Die Mitgliederversammlung der KEB-Saar e.V. hat am 18. November 2025 im Dillinger Oswald-von-Nell-Breuning-Haus Stefanie Oberbillig zur neuen Vorsitzenden gewählt. Oberbillig, bisher schon als stellvertretende Vorsitzende für die KEB-Saar tätig, ist hauptamtliche Vorständin des 3B Begleiten–Bilden–Begegnen e.V. Zu ihren Stellvertreterinnen wählte die Versammlung die bisherige Vorsitzende Nina Andres-Reindorf, Leiterin der Katholischen Familienbildungsstätte Saarbrücken und Anne Schuler, Leiterin der Katholischen Erwachsenenbildung Saar-Hochwald. Schuler war auch bisher schon in dieser Funktion aktiv.

Ergänzt wird der Vorstand durch Beisitzerinnen und Beisitzer. Hier wurden gewählt: Irina Hoffeld (3B), Petra Oberhauser (KEB Saar-Pfalz), Hans-Werner Luther (Ehrenamtliche), Norman Karpe (Kolping), Katja Göbel (Katholisches Büro Saarland) und Thomas Berenz (Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Trier).

Langsame Erholung der Besucherzahlen nach Corona-Tief

KEB-Saar-Studienleiter Ralf Dewald dankte den Gewählten für die bisherige sehr gute Zusammenarbeit. Gemeinsam werde man sich auch zukünftig für eine gute Entwicklung der Katholischen Erwachsenenbildung im Saarland engagieren. Im für die Versammlung aktuellen Berichtsjahr 2024 haben die verschiedenen Mitgliedseinrichtungen der KEB-Saar 77.359 Unterrichtsstunden geleistet, informierte Dewald. Das sei eine „tolle Zahl“, aber die sei aus vielen Gründen leider nicht so hoch wie früher. Dabei zeigten die aktuellen Belegungen von Angeboten aber auch, dass man sich im Berichtsjahr langsam aus dem Tief der Corona-Zeit mit ihren abgestürzten Besuchszahlen erholt habe. Das gelte für die KEB-Saar besonders für die von ihr angebotenen Qualifizierungen für Pädagogische Mitarbeitende, in der Ausbildung von Kursleitungen in der Erwachsenen- und Familienbildung sowie in der Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit.

Nach dem Motto „Lernen – Teilhaben – Entfalten“ werde sich die KEB-Saar zusammen mit ihren Mitgliedseinrichtungen auch weiterhin in den drei Grundbildungszentren in Merzig (Haus der Familie), Dillingen (3B – Oswald von Nell Breuning Haus) und Neunkirchen (Katholische Familienbildungsstätte und Mehrgenerationenhaus) am Kampf gegen Analphabetismus beteiligen. Schwerpunkte seien dabei weiterhin die Sensibilisierung der Öffentlichkeit, ein funktionierendes Netzwerk, die Informationsarbeit für Multiplikatoren, etwa in Behörden oder Vereinen, sowie die Organisation von offenen Angeboten und aufsuchender Grundbildungsformate. Denn es bleibe nach wie vor schwierig, die Zielgruppe der Menschen ohne Migrationshintergrund in größerer Zahl zu erreichen.

Unter weiteren Themenfeldern hob Dewald die Notwendigkeit von Angeboten zur Künstlichen Intelligenz (KI) hervor. In der digitalen Bildung seien die ethischen Aspekte – neben dem technischen Grundwissen und der ökonomischen sowie politischen Bedeutung – verstärkt zu thematisieren. Das „Neuland rundum KI pädagogisch zu sichern“ und den neuen Herausforderungen „mutig zu begegnen“ werde für Wissenschaft, Bildungspraxis, Wirtschaft, Politik, Kirche und Zivilgesellschaft zu einer Daueraufgabe.

KI-Kompetenz als wichtige Aufgabe für die Erwachsenenbildung

Tobias Albers-Heinemann

Tobias Albers-Heinemann, Medienpädagoge und Referent für digitale Bildung, gab einen Einblick in die aktuelle Realität der KI, ihren Möglichkeiten und Problemen.

Foto: Hans Georg Schneider

Tobias Albers-Heinemann, Medienpädagoge und Referent für digitale Bildung, gab der Mitgliederversammlung der KEB Saar mit einem Impulsvortrag einen kleinen Einblick in die aktuelle Realität der KI, ihren Möglichkeiten und Problemen. So gerieten etwa Prüfungsabsolventen zunehmend unter Druck, weil ihre Leistungen KI zugeschrieben würden. Die befehlsorientierte Interaktion mit KI beeinträchtige die dialogischen Kompetenzen der Nutzer*innen. Die Nutzung von KI-Technologien erfordere große Mengen an Daten. Das stehe dem individuellen Bedürfnis zum Schutz der Privatsphäre entgegen. KI, unter Kontrolle weniger Tech-Konzerne, könne die Strukturen globaler Ungerechtigkeiten verstärken. Albers-Heinemann forderte dazu auf, die KI zur Teilhabe zu nutzen, zu neuen Möglichkeiten der Barrierefreiheit, zur Individualisierung von Angeboten oder zur Mehrsprachigkeit. Nötig sei dazu die Aneignung von technischer, praktischer, rechtlicher, ethischer und gesellschaftlicher KI-Kompetenz. Das sei eine wichtige Aufgabe auch für die Erwachsenenbildung.

Bericht: Hans Georg Schneider