47. Max Ophüls Preisverleihung im Saarbrücker E-Werk
In festlichem Rahmen des 47. Filmfestivals Max Ophüls Preis haben am Samstagabend, 24. Januar 2026 im Saarbrücker E-Werk die Katholische Erwachsenenbildung Saarland – Landesarbeitsgemeinschaft e.V. (KEB-Saar) und die Landesarbeitsgemeinschaft für Evangelische Erwachsenenbildung im Saarland e.V., vertreten durch deren Evangelische Akademie, den gemeinsamen Preis der Ökumenischen Jury in Höhe von 2.500 Euro an einen jungen Langspielfilm aus dem Wettbewerb vergeben.

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47. FFMOP – die Ökumenischen Jury
In der Ökumenischen Jury sind auch das Internationale Kirchliche Film-Netzwerk INTERFILM sowie die Internationale Katholische Vereinigung für Kommunikation SIGNIS vertreten. Der Ökumenischen Jury gehörten neben den beiden saarländischen Mitgliedern, Anke Jung (Püttlingen) und Marion Latz (Saarbrücken), in diesem Jahr Oliver Gross (Gmunden/ Österreich) und Alfred Jokesch (Graz/Österreich) an.

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Ökumenische Jury (v. li.): Alfred Jokesch, Marion Latz, Anke Jung, Oliver Gross
Mehr zur diesjährigen Ökumenischen Jury des Filmfestivals Max Ophüls Preis finden Sie HIER.
Nach den Juryleitlinien soll es dem Film gelingen, „mit außerordentlich künstlerischer Begabung ein menschliches Verhalten zum Ausdruck zu bringen, das mit dem Evangelium in Einklang steht und die Zuschauerin/den Zuschauer für spirituelle, menschliche und soziale Fragen und Werte zu sensibilisieren“.
Was diese Leitlinien aussagen, was das Evangelium im Kontext eines internationalen Filmfestes bedeutet und wie das Team der Ökumenischen Jury nach diesen Kriterien seinen Filmpreis ermittelt, hören Sie in einem kurzweiligen Interview mit den Jurymitgliedern Marion Latz (Katholische Erwachsenenbildung) und Anke Jung (Evangelische Erwachsenenbildung) im SR-Podcast „Kino, Glaube und gesellschaftliche Fragen“.
Der MAX OPHÜLS PREIS: PREIS DER ÖKUMENISCHEN JURY geht dieses Jahr an WOVON SOLLEN WIR TRÄUMEN von Milena Aboyan und Constantin Hatz
Den Juryleitlinien zufolge ist es genau diesem Film gelungen, mit ausgesprochen künstlerischer Begabung das Publikum für spirituelle, menschliche und soziale Fragen und Werte zu sensibilisieren.
Der Preis der Ökumenischen Jury ist mit 2.500 Euro dotiert und wird gemeinsam gespendet von der katholischen und evangelischen Erwachsenenbildung im Saarland.
47. FFMOP Preis der Ökumenischen Jury – die Sponsoren mit dem Preisträger

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(v.li.) KEB-Saar mit Andrea Schramm – Regisseur Constantin Hatz – LAG für Evangelische Erwachsenenbildung im Saarland/Ev. Akademie mit Anne Fennel und Wolf-Dieter Scheid
WOVON SOLLEN WIR TRÄUMEN
Regie: Milena Aboyan und Constantin Hatz | Deutschland 2025 | 108 Min. | FSK ab 12 | Dt., Kurd., Engl., mit dt. UT
Inhalt
An einer Lebensmittelausgabe kreuzen sich die Wege dreier Frauen. Laura (Luise Aschenbrenner) ist seit Kurzem Freigängerin und sollte sich aus Konflikten heraushalten. Aber als ein Mann die Kurdin Evîn (Bayan Layla) rassistisch beleidigt, stellt sie sich schützend vor die Frau. Die Situation eskaliert und Polizistin Julia (Lea van Acken) kommt dazu, um den Streit zu schlichten. Für einen kurzen Moment streifen sich die Schicksale der drei Frauen – ehe sie in getrennten Bahnen weitertreiben und in ihren eigenen Überlebenskampf zurückkehren.
Regiekommentar der Regisseurin und des Regisseurs
Der Krieg, die zentrale Metapher des Films, verbindet Laura, Evîn und Julia sowohl äußerlich als auch innerlich miteinander. Er ist nah und fern zugleich, er waltet auch in der deutschen Großstadt, schweigend, ohne Gefecht – der Krieg als gegenwärtiges Szenario, in das man wieder zurückkehrt, der vergangene Krieg als schwerer Seelenballast, von dem man sich nicht entledigen kann, und der Krieg als Schlachtfeld innerhalb der Familie, auf dem der Mensch mit sich und für sich selbst kämpft.
Laura, Evîn und Julia befinden sich auf ihren eigenen Schlachtfeldern und versuchen, sich durch die Trümmer der Vergangenheit und Erfahrung fortzubewegen. Sie sind durch den deprimierenden Zustand ihrer Umgebung gezeichnet und wehren sich gegen Rollenzuschreibungen, lassen sich nicht unsichtbar machen und ermächtigen sich allen voran über ihr eigenes Leben. Alle drei eint die Stimme, die versucht, niemals leise zu sein.
[aus dem FFMOP-Programm 2026]
Begründung der Ökumenischen Jury
Was tragen wir in uns? Was geben wir weiter? Unsere Geschichte, unsere Verletzungen, unsere Menschlichkeit?
Der Film zeigt in einem behutsamen Erzählfluss, dass alles zusammenhängt. Dass Empathie und Nähe möglich und zugleich schwierig sein können. Er lädt mit klaren Bildern dazu ein, genauer hinzusehen: auf Gewalterfahrung, Ausgrenzung, innere und äußere Kämpfe. Am Ende steht die leise Hoffnung, dass Heilung möglich wird, wo jemand den Mut hat, aus dem Schicksalhaften auszubrechen.
Ökumenische Jury: Oliver Gross, Alfred Jokesch, Anke Jung, Marion Latz
Tipp zum Film
WOVON SOLLEN WIR TRÄUMEN wurde im „MOP-Mitternachtstalk“ des FFMOP-Medienpartners Saarländischer Rundfunk (SR) vorgestellt. Es gibt ein Interview mit Regisseurin Milena Aboyan und den Schauspielerinnen Luise Aschenbrenner (Laura) und Bayan Layla (Evîn) sowie kleine Ausschnitte aus dem Film.
Zum Interview geht es HIER.
47. FFMOP – die Ökumenische Jury mit Regisseur und Filmcrew

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Ökumenische Jury und Mitglieder der Filmcrew um Regisseur Constantin Hatz
WOVON SOLLEN WIR TRÄUMEN erhält außerdem den beliebten Max Ophüls Publikumspreis.
Der Max Ophüls Hauptpreis: Bester Spielfilm geht dieses Jahr an GROPIUSSTADT SUPERNOVA von Ben Voit.
ALLE Preise und Preisträger*innen vom 47. Filmfestival Max Ophüls Preis finden Sie HIER.
